
Electron und Tauri stehen im Fokus moderner Desktop-Entwicklung. Dieser Beitrag vergleicht beide Frameworks detailliert hinsichtlich Performance, Sicherheit und Anwendungsbereichen, um Ihnen die optimale Wahl für Ihr Projekt zu ermöglichen.
Die Entwicklung moderner Desktop-Anwendungen steht heute vor einer entscheidenden Frage: Welches Framework ist die beste Wahl – Electron oder Tauri? Beide Plattformen ermöglichen es, plattformübergreifende Anwendungen mit Webtechnologien zu erstellen, unterscheiden sich jedoch maßgeblich in Architektur, Performance, Sicherheit und Entwicklungsphilosophie. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie die optimale Entscheidung für Ihr nächstes Projekt treffen – basierend auf fundiertem technischen Wissen, realen Anwendungsfällen und bewährten Best Practices.
Als erfahrener Software-Architekt begleite ich Sie durch einen detaillierten Vergleich beider Frameworks. Sie erhalten konkrete Schritt-für-Schritt-Anleitungen, Beispiele, sowie Tipps für häufige Stolperfallen. Nach der Lektüre werden Sie in der Lage sein, eigenständig zu entscheiden, welches Framework Ihren Anforderungen am besten entspricht – egal, ob Sie eine kleine Utility oder eine komplexe Unternehmenslösung planen.
Electron ist ein Open-Source-Framework, das von GitHub entwickelt wurde und auf Chromium (für das Frontend) sowie Node.js (für das Backend) basiert. Es erlaubt Entwicklern, Desktop-Anwendungen mit bekannten Webtechnologien wie HTML, CSS und JavaScript zu erstellen. Durch die breite Unterstützung und die große Entwickler-Community ist Electron eine etablierte Lösung im Bereich der plattformübergreifenden Entwicklung.
Tauri ist ein vergleichsweise neues Framework, das sich ebenfalls auf Webtechnologien stützt, jedoch eine andere Architektur verfolgt. Das Backend von Tauri wird in Rust geschrieben, was zu einer schlankeren Laufzeit und höherer Sicherheit führt. Für das Frontend können gängige Web-Frameworks wie React, Vue oder Svelte genutzt werden. Tauri legt besonderen Wert auf geringe Dateigröße, Performance und Sicherheit.
"Die Wahl des richtigen Frameworks ist entscheidend für den langfristigen Erfolg Ihrer Desktop-Anwendung."
Electron bringt Chromium und Node.js in einem Paket mit. Jede Anwendung enthält eine eigene Chromium-Instanz, was die Dateigröße und den Speicherverbrauch deutlich erhöht. Das Backend läuft in einem eigenen Node.js-Prozess, der direkten Zugriff auf das Betriebssystem bietet – ein Vorteil, der jedoch mit Sicherheitsrisiken verbunden sein kann.
Tauri nutzt den nativen WebView des jeweiligen Betriebssystems (z. B. WebKit, Edge WebView2), wodurch keine eigene Browser-Engine mitgeliefert werden muss. Die Backend-Logik ist in Rust implementiert, was einen kleineren Speicherbedarf und erhöhte Sicherheit ermöglicht. Die Kommunikation zwischen Frontend und Backend erfolgt über gesicherte Schnittstellen.
Der größte architektonische Unterschied liegt in der Nutzung von Chromium (Electron) vs. nativen WebViews (Tauri).
Bekannt ist Electron für seinen vergleichsweise hohen Speicherverbrauch und die große Größe der Installationsdateien (meist 100-200 MB). Jede Anwendung bringt quasi einen eigenen Browser mit, was sich besonders bei mehreren Electron-Apps bemerkbar macht.
Tauri-Anwendungen sind oft nur wenige Megabyte groß. Da Tauri die nativen Rendering-Engines des Systems nutzt, wird deutlich weniger Speicher benötigt. Zudem ist die Startzeit meist kürzer, Updates sind schneller verteilt und die Systemintegrität bleibt gewahrt.
Für ressourcenschwache Geräte oder Szenarien mit vielen parallelen Anwendungen ist Tauri meist im Vorteil.
Da Electron Node.js und Webtechnologien vereint, besteht ein erhöhtes Risiko durch unsichere APIs oder unsachgemäße Trennung von Frontend und Backend. Häufige Fehlerquellen sind ungeschützte Zugriffe auf das Dateisystem oder das Ausführen von unsicherem Code.
Dank der Architektur in Rust und strikten Sicherheitsrichtlinien ist Tauri von Grund auf sicherer konzipiert. Die Interaktion mit dem System ist standardmäßig eingeschränkt und muss explizit freigegeben werden. Dies minimiert das Risiko für Angriffe wie Remote Code Execution oder Privilege Escalation.
eval() vermeidenMit Electron profitieren Sie von einer riesigen Community, einer Fülle an Tutorials und zahlreichen Entwicklungswerkzeugen. Integration mit npm, Hot Reloading und Debugging sind hervorragend. Zahlreiche UI-Bibliotheken (z. B. Material-UI) lassen sich problemlos einbinden.
Tauri legt den Fokus auf moderne Webtechnologien und eine enge Verzahnung mit Rust. Zwar ist die Community kleiner, wächst aber rasant. Die Dokumentation ist sehr gut, und die CLI erleichtert die Entwicklung. Für komplexere native Funktionen ist jedoch Rust-Kenntnis hilfreich.
Ein typischer Entwicklungsprozess in Electron sieht wie folgt aus:
npx create-electron-app startenelectron-packager bauenBei Tauri:
npx tauri init)tauri build paketierenElectron unterstützt Windows, macOS und Linux nativ. Die Cross-Plattform-Fähigkeit ist ein starker Vorteil, wenn Sie eine möglichst große Nutzerbasis erreichen wollen. Auch automatische Updates, native Menüs und Tray-Integrationen sind einfach umsetzbar.
Tauri unterstützt ebenfalls Windows, macOS und Linux, entwickelt aber auch bereits experimentelle Unterstützung für mobile Plattformen (iOS und Android). Die Integration mit nativen Systemfunktionen ist durch die enge Anbindung an Rust sehr flexibel – aber oft noch weniger dokumentiert als bei Electron.
| Feature | Electron | Tauri |
| Plattformen | Windows, macOS, Linux | Windows, macOS, Linux (Mobile in Entwicklung) |
| Mobile Unterstützung | Nein | In Entwicklung |
| Dateigröße | 100-200 MB | 3-10 MB |
| Updates | Automatisch möglich | Möglich, aber teilweise manuell |
Weitere Vergleiche finden Sie im Artikel Electron.js oder Qt: Welche Plattform dominiert moderne UI-Entwicklung?.
Erfahren Sie mehr über effiziente Desktop-Anwendungen mit Qt, JavaFX oder .NET MAUI und wie Sie Legacy-Desktop-Anwendungen erfolgreich in die Cloud migrieren.
Electron bleibt dank der großen Nutzerbasis und der Unterstützung durch Unternehmen wie Microsoft und Slack eine feste Größe. Neue Features werden kontinuierlich integriert, insbesondere im Bereich automatischer Updates und Sicherheit.
Tauri entwickelt sich dynamisch weiter. Besonders spannend ist die geplante Unterstützung für mobile Plattformen und die stetige Verbesserung der Performance. Die Sicherheit durch Rust und die geringe Dateigröße machen Tauri attraktiv für moderne Anwendungen.
"Wählen Sie nicht nur nach dem heutigen Stand, sondern berücksichtigen Sie die mittelfristige Roadmap des Frameworks."
Die Wahl zwischen Electron und Tauri hängt maßgeblich von Ihren individuellen Anforderungen, Teamkenntnissen und Zielen ab. Während Electron mit breiter Unterstützung, vielen Ressourcen und umfassender Node.js-Integration punktet, überzeugt Tauri durch hohe Performance, kleine Dateigrößen und moderne Sicherheitsarchitektur. Prüfen Sie Ihre Projektanforderungen sorgfältig und testen Sie beide Frameworks in der Praxis. So profitieren Sie langfristig von einer erfolgreichen, zukunftssicheren Desktop-Anwendung.
Benötigen Sie weitere Unterstützung bei der Auswahl des richtigen Frameworks oder möchten Sie Ihr Projekt von erfahrenen Experten begleiten lassen? Kontaktieren Sie uns für eine individuelle Beratung!


