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Low-Code oder klassische Entwicklung? Analyse von Grenzen und Vorteilen
No-Code- und Low-Code-Anwendungen

Low-Code oder klassische Entwicklung? Analyse von Grenzen und Vorteilen

Konrad Kur
2025-08-03
6 Minuten Lesezeit

Low-Code-Plattformen ermöglichen schnelle App-Entwicklung, stoßen aber bei komplexen Anforderungen an Grenzen. Dieser Expertenartikel vergleicht Low-Code mit klassischer Entwicklung und zeigt, wann welcher Ansatz am besten geeignet ist.

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Low-Code oder klassische Entwicklung? Analyse von Grenzen und Vorteilen

Low-Code-Plattformen haben die Anwendungsentwicklung in den letzten Jahren revolutioniert. Doch wann stößt Low-Code an seine Grenzen und wann ist die klassische (traditionelle) Softwareentwicklung die bessere Wahl? In diesem Beitrag analysieren wir Stärken und Schwächen beider Ansätze und geben Ihnen praxisnahe Empfehlungen, wann welches Modell sinnvoll ist.

Unternehmen stehen heute vor der Herausforderung, digitale Lösungen schnell und effizient umzusetzen. Low-Code-Entwicklung verspricht enorme Geschwindigkeits- und Kostenvorteile. Dennoch gibt es Szenarien, in denen dieser Ansatz an seine Grenzen stößt. Wir beleuchten, wann Low-Code geeignet ist, wann nicht und wie Sie die richtige Entscheidung für Ihr Projekt treffen.

Mit langjähriger Erfahrung in der Softwareentwicklung und der Begleitung zahlreicher Digitalisierungsprojekte bieten wir Ihnen eine fundierte Entscheidungsgrundlage. Entdecken Sie die wichtigsten Vorteile, Nachteile und Praxisbeispiele für beide Ansätze und vermeiden Sie typische Fehler bei der Auswahl Ihrer Entwicklungsstrategie.

Low-Code-Entwicklung: Definition und Kernprinzipien

Was bedeutet Low-Code?

Low-Code bezeichnet Entwicklungsplattformen, die es ermöglichen, Anwendungen mit minimalem Programmieraufwand zu erstellen. Mithilfe von visuellen Editoren und Drag-and-Drop-Funktionalitäten können auch Fachanwender (sogenannte Citizen Developer) Prozesse digitalisieren, ohne tiefe Programmierkenntnisse zu besitzen.

Typische Anwendungsbereiche

  • Automatisierung von Geschäftsprozessen
  • Erstellung von Dashboards und Berichten
  • Schnelle Entwicklung von Prototypen
  • Integration bestehender Systeme über APIs

Der Fokus liegt auf Geschwindigkeit und Agilität. Die Plattform übernimmt viele technische Details wie Datenbankanbindung oder Benutzerverwaltung.

Traditionelle Entwicklung: Wann ist sie unverzichtbar?

Merkmale der klassischen Softwareentwicklung

Bei der klassischen (traditionellen) Entwicklung wird Software von Grund auf programmiert. Entwicklerinnen und Entwickler nutzen Programmiersprachen wie Python, JavaScript oder Java und haben die volle Kontrolle über den Code und die Architektur.

Vorteile dieses Ansatzes

  • Maximale Flexibilität bei komplexen Anforderungen
  • Individuelle Anpassungen und Speziallösungen
  • Bessere Performance und Skalierbarkeit bei großen Systemen
  • Freie Wahl von Technologien und Schnittstellen

Typische Einsatzgebiete sind unternehmenskritische Anwendungen, komplexe Web-Apps oder hochperformante Backend-Systeme.

Vorteile von Low-Code-Ansätzen

Geschwindigkeit und Effizienz

Mit Low-Code können Unternehmen deutlich schneller Prototypen und produktive Anwendungen erstellen. Prozesse wie die Implementierung von Workflows oder Formularen lassen sich oft in wenigen Tagen abschließen.

Geringere Kosten

Da weniger manuelle Programmierung erforderlich ist, sinken die Entwicklungskosten erheblich. Auch Wartung und Anpassungen sind meist günstiger, da sie ohne tiefgehende Entwicklerkenntnisse durchgeführt werden können.

  • Schnelleres Time-to-Market
  • Reduzierter Bedarf an IT-Spezialisten
  • Bessere Zusammenarbeit zwischen IT und Fachbereichen

Konkrete Beispiele

  • Automatisierung von Urlaubsanträgen in der Personalabteilung
  • Erstellung eines Self-Service-Portals für Kundenanfragen
  • Interne Genehmigungsworkflows in Finanzabteilungen

"Low-Code eignet sich hervorragend, um wiederkehrende Aufgaben und Prozesse ohne großen Entwicklungsaufwand zu digitalisieren."

Wichtige Grenzen und Schwächen von Low-Code-Plattformen

Begrenzte Individualisierungsmöglichkeiten

Trotz vieler Vorteile stößt Low-Code an seine Grenzen bei hochindividuellen Anforderungen. Sobald komplexe Logik, spezielle Schnittstellen oder außergewöhnliche Designs benötigt werden, reichen die Bordmittel vieler Plattformen nicht mehr aus.

Leistungs- und Skalierungsprobleme

Low-Code-Lösungen sind für Standardanwendungen optimiert. Bei sehr großen Benutzerzahlen oder datenintensiven Prozessen können Performanceprobleme auftreten, da die Plattformen nicht für maximale Effizienz ausgelegt sind.

Abhängigkeit vom Anbieter (Vendor Lock-in)

Ein häufiger Kritikpunkt ist der Vendor Lock-in: Anwendungen sind oft an eine bestimmte Plattform gebunden. Ein späterer Wechsel ist aufwändig und teuer.

"Bevor Sie sich für eine Plattform entscheiden, prüfen Sie die Export- und Integrationsmöglichkeiten sorgfältig!"

Weitere Informationen zum Umgang mit Anbieterabhängigkeit finden Sie im Artikel Plattformwahl ohne Risiko des Anbieter-Lock-ins.

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Low-Code vs klassische Entwicklung: Ein direkter Vergleich

Vergleichstabelle: Stärken und Schwächen

KriteriumLow-CodeKlassisch
GeschwindigkeitSchnellLangsamer (bei komplexen Projekten)
FlexibilitätBegrenztSehr hoch
KostenGeringer bei StandardlösungenHöher bei Individualentwicklung
WartungEher einfachAbhängig von Komplexität
SkalierbarkeitBegrenztOptimal steuerbar
AbhängigkeitHoch (Vendor Lock-in)Niedrig

Best Practices für die Entscheidungsfindung

  • Analysieren Sie den Funktionsumfang Ihrer Anwendung
  • Bewerten Sie die Entwicklungsgeschwindigkeit vs. künftige Flexibilitätsanforderungen
  • Berücksichtigen Sie Integrations- und Migrationsmöglichkeiten

Typische Szenarien: Wann eignet sich Low-Code – wann nicht?

Ideale Low-Code-Anwendungsfälle

Low-Code ist ideal für Standardprozesse, wiederkehrende Aufgaben und Anwendungen mit begrenzter Komplexität. Beispiele:

  1. Interne Tools zur Prozessautomatisierung
  2. Formularbasierte Workflows
  3. Prototypenentwicklung

Grenzen von Low-Code am Beispiel

  1. Individuelle Kundenportale mit einzigartigen Funktionen
  2. Branchenlösungen mit speziellen rechtlichen Anforderungen
  3. Hochperformante Web-Apps mit vielen gleichzeitigen Nutzern
  4. Systeme, die eine maßgeschneiderte API-Integration benötigen

In diesen Fällen ist meist die klassische Entwicklung im Vorteil, da sie mehr Kontrolle und Flexibilität bietet.

Schritt-für-Schritt: Wie treffen Sie die richtige Wahl?

1. Anforderungsanalyse

Erstellen Sie eine Detailliste aller gewünschten Funktionen. Prüfen Sie, ob diese mit Standardbausteinen einer Low-Code-Plattform abbildbar sind.

2. Technische Bewertung

Bewerten Sie, ob Ihre Anwendung Leistung, Skalierbarkeit oder spezielle Integrationen benötigt, die typische Low-Code-Lösungen nicht bieten.

3. Kosten- und Ressourcenplanung

Vergleichen Sie die Entwicklungskosten beider Ansätze. Kalkulieren Sie die laufenden Kosten für Wartung, Lizenzierung und mögliche Anpassungen.

4. Zukunftssicherheit und Vendor Lock-in

Überlegen Sie, wie wichtig Unabhängigkeit vom Anbieter für Ihr Unternehmen ist. Prüfen Sie alternative Plattformen und mögliche Exit-Strategien.

  • Fragen Sie nach Exportmöglichkeiten von Daten und Anwendungen
  • Lesen Sie Erfahrungsberichte anderer Unternehmen
  • Testen Sie die Plattform vor einer langfristigen Bindung

Fehler vermeiden: Häufige Stolperfallen bei Low-Code-Projekten

Typische Fehlerquellen

  1. Unzureichende Anforderungsanalyse
  2. Blindes Vertrauen in die Plattform ohne technische Prüfung
  3. Unterschätzung von Integrations- und Migrationsaufwand
  4. Fehlende Schulung der Fachanwender

Best Practices zur Fehlervermeidung

  • Führen Sie vorab einen Proof-of-Concept durch
  • Involvieren Sie erfahrene Entwickler in das Projekt
  • Planen Sie Flexibilität für zukünftige Anforderungen ein

Ein häufiger Fehler ist die Überschätzung der Möglichkeiten von Low-Code-Plattformen. Sie sollten stets die Langzeitperspektive im Auge behalten.

Praxisbeispiele: Low-Code und klassische Entwicklung im direkten Vergleich

Beispiel 1: Prozessautomatisierung in der Logistik

Ein Logistikunternehmen implementiert ein Low-Code-basiertes Tool zur Sendungsverfolgung. Die Lösung ist innerhalb weniger Wochen produktiv und deckt 90 % der Anforderungen ab. Für die restlichen 10 % wird eine individuelle Erweiterung notwendig, die jedoch nur eingeschränkt möglich ist.

Beispiel 2: Entwicklung eines komplexen Kundenportals

Ein Finanzdienstleister benötigt ein Portal mit speziellen Sicherheitsanforderungen, flexibler API-Anbindung und individuellen Workflows. Klassische Entwicklung ist hier notwendig, da Low-Code-Plattformen nicht alle regulatorischen Anforderungen erfüllen.

Beispiel 3: Prototyping für Start-ups

Ein Start-up setzt auf Low-Code, um einen MVP (Minimal Viable Product) zu testen. Nach dem Markttest entscheidet sich das Team für eine Neuentwicklung auf klassischer Basis, um Skalierung und Flexibilität sicherzustellen.

Weitere Beispiele

  • Schnelle Erstellung eines Feedback-Tools im HR-Bereich (Low-Code)
  • Migration einer Legacy-Desktop-Anwendung in die Cloud (klassisch oder hybrid, siehe Legacy-Desktop-Anwendungen erfolgreich in die Cloud migrieren)
  • Integration eines neuen CRM-Systems mit individuellen Prozessen (klassisch)
  • Einführung eines digitalen Vertragsmanagements (Low-Code mit späterer Erweiterung)

Tipps und Trends: Die Zukunft von Low-Code und klassischer Entwicklung

Technologischer Fortschritt

Low-Code-Plattformen entwickeln sich rasant weiter. Neue Funktionen und offene Schnittstellen ermöglichen immer komplexere Anwendungen. Dennoch bleibt die klassische Entwicklung für komplexe oder unternehmenskritische Systeme unersetzlich.

Empfehlungen für Unternehmen

  • Nutzen Sie Low-Code für schnelle, standardisierte Lösungen
  • Setzen Sie auf klassische Entwicklung bei individuellen oder komplexen Anforderungen
  • Kombinieren Sie beide Ansätze für optimale Ergebnisse (hybride Entwicklung)

Fazit zu Trends

Die Grenzen zwischen beiden Ansätzen verschwimmen. Hybride Modelle werden zunehmend populär, um Geschwindigkeit und Individualität zu kombinieren.

Fazit: Wann Low-Code, wann klassische Entwicklung?

Low-Code bietet enorme Vorteile bei Geschwindigkeit, Kosten und Standardisierung. Dennoch ist die klassische Entwicklung bei Individuisierung, Performance und langfristiger Unabhängigkeit oft überlegen. Analysieren Sie Ihre Anforderungen sorgfältig und wählen Sie bewusst den passenden Ansatz.

Sie möchten mehr über die optimale Plattformwahl erfahren? Lesen Sie weiter im Beitrag Low-Code-ROI optimieren: Plattformwahl ohne Risiko des Anbieter-Lock-ins oder kontaktieren Sie uns für eine individuelle Beratung!

KK

Konrad Kur

CEO