
WinUI und Qt sind zwei führende Frameworks für Desktop-Anwendungen auf Windows und Linux. Dieser Vergleich zeigt Stärken, Schwächen, Best Practices und Praxistipps für Ihre Projektentscheidung.
Desktop-Entwickler stehen häufig vor der Wahl zwischen WinUI und Qt, wenn es um professionelle Benutzeroberflächen für Windows oder Linux geht. Beide Frameworks haben ihre eigenen Stärken, Eigenheiten und Anwendungsfelder. Dieser ausführliche Artikel vermittelt Ihnen einen strukturierten Überblick, zeigt anhand von praktischen Beispielen und Best Practices die Unterschiede auf und hilft Ihnen, die beste Entscheidung für Ihr nächstes Desktop-Projekt zu treffen.
Wir beleuchten Architektur, Leistung, Benutzerfreundlichkeit, plattformspezifische Besonderheiten sowie die Entwicklungswerkzeuge beider Technologien. Zudem zeigen wir, wie Sie typische Fehler vermeiden, geben Tipps für die Praxis und wagen einen Ausblick in die Zukunft des Desktop-Developments.
"Die Wahl des richtigen Frameworks entscheidet oft über Erfolg und Wartbarkeit Ihrer Anwendung."
WinUI (Windows UI Library) ist das moderne UI-Framework von Microsoft für die Entwicklung von Windows-Anwendungen. Es basiert auf Windows 10/11 und ist eng mit der Windows-API sowie UWP (Universal Windows Platform) und WinAppSDK verknüpft.
Qt ist ein plattforübergreifendes Framework, das die Entwicklung von Desktop-Anwendungen für Windows, Linux, macOS und weitere Plattformen erlaubt. Es bietet eine umfassende Sammlung von UI-Komponenten, Netzwerk-, Datenbank- und Multimediabibliotheken.
Qt gibt es seit den 1990er Jahren und es gilt als etabliert, stabil und vielseitig. WinUI ist deutlich jünger, aber als Nachfolger der klassischen WinForms und WPF gedacht.
"Qt ist für Vielseitigkeit bekannt, WinUI setzt auf tiefe Windows-Integration."
Für WinUI empfiehlt sich Visual Studio mit Windows SDK. Für Qt steht der plattformübergreifende Qt Creator zur Verfügung, der auch komplexe Projekte übersichtlich verwaltet.
WinUI (XAML):
<Button Content="Klicken" Click="Button_Click" />Qt (C++):
QPushButton *button = new QPushButton("Klicken");
connect(button, &QPushButton::clicked, this, &MainWindow::onButtonClick);Weitere Tipps zum effektiven Einsatz von Qt finden Sie im Artikel Qt Creator im Praxistest: Wie Sie Ihre Markteinführung beschleunigen.
Qt glänzt durch seine Plattformunabhängigkeit. Anwendungen lassen sich mit minimalen Anpassungen auf Windows, Linux und macOS betreiben. WinUI ist dagegen explizit für Windows 10/11 entwickelt und unterstützt andere Plattformen nicht nativ.
Planen Sie eine Migration von einer anderen Bibliothek zu Qt, lesen Sie den Leitfaden Migration von wxWidgets zu Qt – Ist der Wechsel wirklich lohnenswert?.
WinUI folgt konsequent den modernen Fluent Design-Richtlinien von Microsoft und bietet eine Vielzahl an Controls für ein konsistentes Windows-Erlebnis. Qt bietet Flexibilität bei der Gestaltung und kann nativen Look & Feel auf mehreren Plattformen simulieren.
Beide Frameworks bieten Schnittstellen für Barrierefreiheit – Qt über QAccessible, WinUI via UI Automation. Für Projekte mit hohen Anforderungen an Inklusion ist Qt durch seine Plattformbreite im Vorteil.
Qt ist für seine effiziente C++-Implementierung und hervorragende Leistung bekannt. WinUI profitiert von der tiefen Systemintegration unter Windows, kann aber bei komplexen UI-Szenarien oder älteren Systemen Performance-Nachteile zeigen.
Qt-Anwendungen sind meist ressourcenschonend, während WinUI-Anwendungen durch die Einbindung zahlreicher Windows-Bibliotheken mehr Speicher benötigen können.
Qt punktet mit ausgereifter Stabilität und Langzeit-Support. WinUI erhält regelmäßige Updates, ist aber noch nicht so „ausgereift“ wie Qt.
Qt verfügt über eine große, aktive Community und zahlreiche Foren, Tutorials und Bücher. Auch kommerzieller Support ist verfügbar. WinUI profitiert vom Microsoft-Ökosystem, ist aber noch im Aufbau.
Qt bietet sowohl kommerziellen als auch Community-Support. WinUI-Support erfolgt primär über Microsoft-Dokumentation, Foren und GitHub.
Mehr zur Integration von Qt in IoT-Projekten erfahren Sie im Beitrag Wie Qt für IoT das Gerätemanagement vom Desktop aus erleichtert.
Qt gibt es als kommerzielle Lizenz und als Open-Source-Version unter LGPL/GPL. Für kommerzielle Projekte empfiehlt sich meist die bezahlte Lizenz.
WinUI ist Open-Source (MIT-Lizenz) und damit kostenlos nutzbar. Für Unternehmen, die Windows-only entwickeln, ist dies ein attraktiver Kostenfaktor.
Qt kann durch Lizenzkosten teurer sein, bietet aber plattformübergreifende Vorteile. WinUI punktet bei Budget-Projekten auf Windows.
Beide Frameworks unterstützen moderne APIs und lassen sich gut mit anderen Technologien verbinden. Qt ist besonders flexibel bei der Integration von externen Bibliotheken.
Die Integration von KI-Modellen und Machine Learning ist mit Qt unkompliziert. Ein Praxisleitfaden hierzu findet sich im Artikel KI-Modelle in Qt-Desktopanwendungen integrieren: Praxisleitfaden.
Für Qt gibt es bewährte Methoden zur Leistungssteigerung, die Sie im Beitrag 7 bewährte Methoden zur Leistungssteigerung mit Qt nachlesen können.
Qt eignet sich ideal für Anwendungen, die auf mehreren Plattformen laufen und eine robuste, anpassbare Oberfläche benötigen.
WinUI überzeugt bei modernen, schlanken Anwendungen im Microsoft-Ökosystem, etwa für interne Verwaltungs-Tools.
Die Kombination von Qt mit KI-Technologien eröffnet neue Möglichkeiten, wie im Ratgeber Kontextbasierte Künstliche Intelligenz: Effizienzsteigerung mit RAG beschrieben.
Die Wahl zwischen WinUI und Qt hängt maßgeblich von Ihren Projektanforderungen ab. Qt ist unschlagbar für plattformübergreifende Projekte mit komplexen UI-Anforderungen und einer stabilen, langjährigen Codebasis. WinUI spielt seine Stärken bei modernen Windows-Anwendungen mit nahtloser Systemintegration und geringen Einstiegshürden aus.
Überlegen Sie, welche Plattformen Sie unterstützen möchten, wie wichtig Ihnen Langzeitstabilität, Leistung, Lizenzmodell und Entwicklungswerkzeuge sind. Testen Sie beide Frameworks in Prototypen, um ein Gefühl für die Entwicklung zu bekommen.
Jetzt sind Sie bestens vorbereitet, um die passende Technologie für Ihr Projekt auszuwählen. Wenn Sie mehr über spezifische Migrations- oder Optimierungsstrategien erfahren möchten, stöbern Sie gerne in unserem Blog!


